Aus den bisherigen Kapiteln geht hervor, dass die Region Teltow durchaus ein touristisches Potential besitzt, das aber durch verschiedene Maßnahmen noch weiter entwickelt werden muss. Diese kommen sowohl der einheimischen Bevölkerung zu Gute, sind aber sehr wichtig, um mehr Touristen und neue Zielgruppen heranzuziehen.
Welche Zielgruppen kommen in Frage:
- 1. Die einheimische Bevölkerung – Hierzu muss man auch die Anwohner, die in der näheren Umgebung wohnen, rechnen, wie z.B. Südberliner, Anwohner aus dem eigenem Landkreis und dem Landkreis Teltow-Fläming sowie Potsdamer Bürger. Sie kommen zum Spazierengehen und -fahren, oftmals nur auf wenige Stunden, auch gekoppelt mit "Kaffee trinken wollen" oder dem kürzeren oder längeren Einkehren. Die Gelegenheiten dafür sind jedoch noch wesentlich zu verbessern, auch sind die vorhandenen Einkehrmöglichkeiten viel zu wenig bekannt.
- 2. Tagesausflügler – Sie kommen aus Berlin und der näheren Umgebung und wollen die Landschaft und ihre Sehenswürdigkeiten erkunden. Durch entsprechende touristische Angebote, durch Propagierung in Presse, Rundfunk und Fernsehen, sowie durch Beratung und Infomaterial in den Tourismusbüros könnte der Zustrom von Touristen gesteigert werden.
- 3. Touristen mit Kurzzeitübernachtungen – Dieser Anteil wird noch gering sein. Die Touristen fahren mit Bahn oder Auto (auch Fahrrad) überwiegend weiter, so in den Fläming (Highlight Fläming Skate), in den Spreewald oder in die Märkische Schweiz. Um sie in unserer Region "aufzuhalten"„ müssten spezielle touristische Highlights geschaffen werden.
- 4. Ferntouristen – Hierzu ein Zitat von Uwe Stenzel aus "Radfahren im Teltowpark": "Um diese müssten sich die Profis der Tourismusbranche kümmern. Hier am Rande der Hauptstadtmetropole zwischen dem Großflughafen Schönefeld der alten Residenz Potsdam müsste es doch ein leichtes sein, Metropolentouristen mit gleichzeitigem Radtourismus unter Einschluss der Fläming-Skate zu gewinnen. Radwege nach Potsdam (Teltowkanalaue) und in die Metropole wären für dieses Konzept genauso wichtig wie der erste Rundkurs: die Teltow-Bike." (Zitatende)
In unserer flachen Landschaft, mit teils recht langen Erkundungswegen werden Radfahrer, vor allem aus den Zielgruppen 2 bis 4, von größerer Bedeutung sein. Spaziergänger – auch mit Freunden, Bekannten und Verwandten und Wanderer rekrutieren sich mehr aus den Zielgruppen 1 und 2. Typische Wanderer (auch in Gruppen) aus anderen Regionen könnte man durch spezielle Veranstaltungen anlocken (Wandertage).
Als wichtige touristische Gruppe dürfen die Wasserwanderer nicht vergessen werden. Für diese Gruppe müsste ein spezielles Konzept entwickelt werden, beginnend mit Anlegestellen am Teltowkanal und Machnower See, geeigneten gastronomischen Einrichtungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Die beiden am Teltowkanal liegenden Hotels sind u.a. dafür gut geeignet.
Voraussetzung für die Entwicklung des Tourismus ist jedoch die Verbesserung der Touristischen Infrastruktur:
An vorderster Stelle steht dabei die Entwicklung der Kanalaue und ihre bessere Durchwegung mit Rad- und Wanderwegen. Weiterhin müssen verkehrssichere Radweganschlüsse von der Südkante Berlins in die weitere Umgebung (Südraum) geschaffen werden. In Teltow betrifft das vor allem die Anschlüsse über die Teltower Altstadt und vom S-Bahnhof Teltow.
Neue Wege müssen geschaffen werden. Rad- und Wanderrouten müssen sichtbar ausgewiesen werden, so durch Infotafeln an den Bahnhöfen, an den Brücken des Teltowkanals.
Notwendig ist auch eine Verbesserung der Durchwegung über die Rieselfelder. Vorhandene alte Wege sind zerfahren, zerstört und müssen rekonstruiert werden.
Auch kleinere Parkplätze sollten an geeigneten Stellen errichtet werden (auch der Ausbau von wilden Parkplätzen ist möglich z.B. am Güterfelder Haussee). Immer häufiger fahren Touristen in die "Umgebung", um dann von der Parkstelle aus zu wandern oder zu radeln.
Insgesamt ist es wesentlich, wie weit sich die Menschen und die Kommunen in unserer Region zu einem sanften Tourismus bekennen, wie weit sie ihn fördern wollen. Wenn dies mit einem JA beantwortet wird, muss auf das "A" auch ein "B" folgen: Von der Bevölkerung, über die Stadt- und Gemeindevertretungen bis zur Kat "Der Teltow", und bis zu den jeweiligen Verwaltungen müssen in den nächsten Jahren hierfür die Weichen gestellt werden – neue Schwerpunkte bei den Finanzen, Projekten und Ausführungen müssen gesetzt werden und sollten dann deutlich sichtbar sein.
